Toleranz

(Genauigkeit des Fundpunktes)

In Zeiten analoger Fundpunktverortung nahm man eine Karte und notierte einen Punkt. Abhängig von der Feinheit des Stiftes und dem Maßstab der Karte konnte man einen sehr genauen Punkt oder aber auch nur einen sehr groben Punkt eintragen. Die Genauigkeit des Punktes war auch für andere Personen einschätzbar, weil Kartengrundlage und die eingetragene Markierung immer zusammen betrachtet werden konnten.

Bei digitaler Fundpunktverortung wird der Fundpunkt durch Koordinaten definiert. Diese beschreiben einen geografisch-mathematisch exakten Punkt, der dann auf verschiedenen Kartengrundlagen und in verschiedenen Maßstäben und häufig auch mit verschieden großen Symbolen dargestellt werden kann. Die Genauigkeit des Punktes kann man allerdings nicht mehr erkennen. Die Genauigkeit eines digitalen Fundpunktes wird daher in einem weiteren Feld „Toleranz“ beschrieben. Mit einer Toleranz von 0 bis 100 m wird ausgedrückt, dass der tatsächliche Fundpunkt maximal 100 m von den mathematischen Koordinaten abweichen kann. Gleichwohl sollten Fundpunkte möglichst genau gesetzt werden, wobei auf Perfektionismus aus folgendem Grund verzichtet werden kann: Ein auf einer Kartengrundlage gesetzter Fundpunkt (z. B. in einem amtlichen digitalen Kartenwerk) kann in einem digitalen Luftbild (z. B. Kartendienste im Internet) aufgrund von Ungenauigkeiten in der Georeferenzierung der Kartengrundlagen mitunter mehrere Meter abweichen. Für Libellenkundler sollte daher einfach nur entscheidend sein, dass mit dem Fundpunkt das betreffende Gewässer oder bei größeren Gewässern der betreffende Uferabschnitt genau identifiziert werden kann. Libellenschutz ist wesentlich der Schutz der Reproduktionsgewässer. Wenn die Reproduktionsgewässer bekannt sind, können Schutzmaßnahmen gezielt ansetzen.

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