Libellen und besonderer Artenschutz

Sämtliche heimischen Libellenarten sind nach Bundesrecht und damit deutschlandweit besonders geschützt. Damit sind nach § 44 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) für alle Libellenarten unter anderem Fang und Nachstellen (also auch Fangversuche), natürlich auch die Tötung und dauerhafte Entnahme von Libellen verboten (vgl. http://www.gesetze-im-internet.de/bnatschg_2009/__44.html). Einige Libellenarten sind zusätzlich durch die Bundesartenschutzverordnung oder infolge des Anhang IV der Fauna Flora Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) streng geschützt.

Nach der Bundesartenschutzverordnung streng geschützt sind:
http://www.gesetze-im-internet.de/bartschv_2005/anlage_1_26.html

  • Aeshna subarctica
  • Ceriagrion tenellum
  • Coenagrion armatum
  • Coenagrion mercuriale
  • Coenagrion ornatum
  • Nehalennia speciosa
  • Somatochlora alpestris

Entsprechend des Anhang IV der FFH-Richtlinie streng geschützt sind:
http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/site/de/consleg/1992/L/01992L0043-20070101-de.pdf

  • Aeshna viridis
  • Gomphus flavipes
  • Leucorrhinia albifrons
  • Leucorrhinia caudalis
  • Leucorrhinia pectoralis
  • Ophiogomphus cecilia
  • Sympecma paedisca

Für effektive Libellenkartierungen bedarf es daher einer Ausnahmegenehmigung nach § 45 BNatSchG.  Über Ausnahmegenehmigungen, die die dauerhafte Entnahme von Anhang IV-Libellenarten erlauben, haben die Genehmigungsbehörden zudem alle zwei Jahre an die EU-Kommission zu berichten. Aus diesem Grund ist der Genehmigungsbehörde gegebenenfalls auch die Anzahl der tatsächlich dauerhaft der Natur entnommenen Exemplare von Anhang IV-Arten der FFH-Richtlinie zu melden.

Neben der Ausnahmegenehmigung von den artenschutzrechtlichen Verboten sind in Schutzgebieten ggf. auch Ausnahmen und Befreiungen von den Bestimmungen der Schutzgebietsverordnungen erforderlich.

Wo bekomme ich eine Ausnahmegenehmigung für die Libellenkartierung?

Bislang waren in Niedersachsen die Unteren Naturschutzbehörden (UNB) für die Erteilung einer Ausnahmegenehmigung für das Kartieren zuständig. Sie sind es auch weiterhin, wenn das Kartiervorhaben nur den Zuständigkeitsbereich einer UNB berührt oder in Schutzgebieten kartiert werden soll. Seit Inkrafttreten der Zuständigkeitsverordnung (ZustVO-Naturschutz) im Jahr 2011 ist wiederum der NLWKN die Genehmigungsbehörde, wenn in mehr als einem UNB-Zuständigkeitsbereich (Landkreis, kreisfreie Stadt) außerhalb von Schutzgebieten kartiert werden soll. http://www.nds-voris.de/jportal/?quelle=jlink&query=NatSchZustV+ND&psml=bsvorisprod.psml&max=true  Diese Regelung knüpft an die bis 2005 bestehende Genehmigungspraxis an. Anträge für mehr als einen Landkreis können somit an den NLWKN in Hannover gerichtet werden. Über Details zum Genehmigungsverfahren und eventuell verfügbare Antragsformulare wird nach Bekanntwerden an dieser Stelle informiert werden.

Wer in Schutzgebieten (z.B. Naturschutzgebiete, Naturdenkmäler) kartieren möchte, benötigt zusätzlich eine Ausnahme von der UNB.

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