Aeshna subarctica elisabethae – Hochmoor-Mosaikjungfer

 von Kathrin Baumann

AF_A.subarctica_M_ML 05Aeshna subarctica ist eng an Gewässer mit flutenden Torfmoosen gebunden. Sie kommt schwerpunktmäßig in Hoch- und Übergangsmooren vor, wo sie z.B. Schlenken, Kolke, Weiher und verlandende Torfstiche besiedelt, sofern diese eine gut ausgeprägte Vegetation mit flutenden Torfmoosen oder auch anderen Moosarten (v.a. Warnstorfia fluitans) aufweisen. Abseits größerer Moore tritt sie in Schlatts oder auch dystrophen Weihern und Seen (wie z.B. flachen Sandabbaugewässern) auf, sofern die o.g. Moosvegetation gut entwickelt ist.

Im norddeutschen Tiefland ist die Art insbesondere in den Moor- und Sandgebieten recht weit verbreitet und profitiert seit einiger Zeit von Wiedervernässungsmaßnahmen in vielen Mooren, gilt aber immer noch als stark gefährdete Art. Die Verbreitungskarte dürfte ihre tatsächlichen Vorkommen im Tiefland nur mäßig vollständig wiedergeben. Im Hügel- und Bergland ist die Art weitgehend auf den Harz beschränkt, wo sie nur innerhalb des Nationalparks vorkommt. Abseits des Harzes gibt es lediglich aus dem Solling einzelne und möglicherweise auch teils auf Verwechslungen mit Aeshna juncea beruhende Nachweise, so dass der Status von A. subarctica hier noch unklar ist und es weiterer Untersuchungen bedarf.

Da die Art im Flug recht schwer von A. juncea zu unterscheiden ist, ist ihr sicherer Nachweis oft nur durch Fang oder die Aufsammlung von Exuvien möglich. Die Exuvien finden sich im Bereich der Larvalhabitate an Seggen oder Wollgras in einer Höhe von bis zu 30 cm. Sie fallen üblicherweise durch ihren starken Glanz und die kurzen Vorderbeine auf und lassen sich bei zehnfacher Vergrößerung anhand verschiedener Geschlechtsmerkmale meist sicher von A. juncea unterscheiden. Bei den Imagines finden sich die besten Unterscheidungsmerkmale am Kopf: Der schwarze Nahtstreifen zwischen Stirn und Kopfschild ist einheitlich breit und der Augenhinterrand ohne gelbe Flecken. Einigermaßen sicher lassen sich die Männchen zudem durch das Größenverhältnis der beiden Fleckenpaare auf den Hinterleibssegmenten 3 bis 6 erkennen, das ungefähr 1:1 beträgt.

Die Schlupfperiode erstreckt sich meist von Mitte Juni bis Ende August, kann aber auch deutlich länger dauern und in warmen Frühjahren auch schon Ende Mai beginnen. Aufgrund ihrer etwa vier Wochen andauernden Reifezeit erscheinen die Imagines normalerweise erst im Juli an ihren Gewässern und erreichen im August und September die größten Abundanzen. Bei günstiger Witterung kann die Art auch noch den gesamten Oktober hindurch beobachtet werden.

Text veröffentlicht am 21.07.2014

AG Datenbank – Erste Auswertungen

Aeshna_subarctica

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