Aeshna viridis – Grüne Mosaikjungfer

von Friederike Kastner und Melanie Wittenberg

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Die Grenze des mitteleuropäischen Areals von Aeshna viridis verläuft durch Niedersachsen. Aktuelle Vorkommen liegen in den Flussniederungen von Ems, Hunte, Weser, Aller und Elbe. Südlich von Hannover sind nur noch vereinzelt Fundorte bekannt. Mögliche Erfassungslücken bestehen in den Marschgebieten, für die Vorkommen von Krebsschere (Stratiotes aloides) vorliegen, jedoch die Verbreitungskarte von A. viridis keine Vorkommen der Art angibt.

Aeshna viridis ist in unserer Region eng an das Vorkommen von Stratiotes aloides gebunden. In die Blätter dieser Wasserpflanze legen die Weibchen ihre Eier ab und die Larven verbringen ihre Entwicklungszeit in den Blattrosetten. Somit deutet das Vorkommen von Stratiotes aloides potentielle A. viridis – Gewässer an. Die Pflanze wird auch häufig als Gartenteich- bzw. Zierpflanze verkauft.

Kommt Stratiotes aloides vor, werden die verschiedensten Gewässertypen von A. viridis besiedelt, beispielsweise Gräben und Stillgewässer. Da die Pflanze empfindlich auf Wellenschlag reagiert, gibt es keine Vorkommen an Fließgewässern mit starker Strömung.
Der Stratiotes aloides – Bestand sollte eine Mindestgröße von 5 bis 10 m2 aufweisen, um als Habitat erkannt zu werden. Optimal für A. viridis ist eine ausgedehnte, dichte Stratiotes – Vegetation. Nachweise der Art in kleinen Stratiotes – Vorkommen befinden sich stets in der Nähe von größeren Pflanzenbeständen. Eiablagen an anderen Pflanzen werden für den europäischen Raum in der Literatur vereinzelt beschrieben, können aber als „Irrtum“ der Weibchen eingestuft werden.

Aeshna viridis ist in Niedersachsen vom Aussterben bedroht (Kategorie 1 der Roten Liste) und wird im Anhang IV der FFH-Richtlinie aufgeführt. Der Rückgang der Art hängt vor allem mit demjenigen von Stratiotes aloides zusammen, diese Art ist in der Kategorie 3 (gefährdet) der niedersächsischen Roten Liste eingestuft.

Eine Überprüfung bekannter Krebsscherenbestände in den Marsch- und Geestgebieten auf Vorkommen von A. viridis kann eventuelle Verbreitungslücken schließen. Eine geeignete Nachweismethode ist die Erfassung von Exuvien, da diese recht einfach zu bestimmen sind. Gut erkennbar ist die Abdominalzeichnung, die sich deutlich von z.B. Aeshna isoceles unterscheidet, sowie der ellipsenförmige Ocellus-Fleck auf dem Scheitel.

Um Imagines nachzuweisen, lohnt ein Besuch am Gewässer erst ab den Mittagsstunden, da die Art zu den „Spätaufstehern“ gehört. Die Weibchen sind bei der Eiablage zwischen den Pflanzen nur schwer zu entdecken, meist hört man ihr Flügelrascheln eher als man sie sieht. Die Imagines können im Flug mit Aeshna cyanea, A. affinis sowie Anax imperator verwechselt werden. Die Männchen können jedoch anhand mehrerer Merkmale (blaue Augen, einfarbig grüne Thoraxseiten mit nur dünnen Nahtlinien, großen grünen Antehumeralstreifen sowie durchgängig blauen Hinterleibssflecken) im Fernglas sicher bestimmt werden.

Der Emergenzbeginn liegt bei uns um den 20. Juni, die Schlupfperiode dauert bis etwa Anfang August. Die Flugzeit der Imagines erstreckt sich bis Mitte September.

Text veröffentlicht am 16.09.2014

AG Datenbank – Erste Auswertungen

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