Coenagrion hastulatum – Speer-Azurjungfer

 von Kathrin Baumann

CAF_C.hastulatum_M_KD 01oenagrion hastulatum ist als moortolerante bis mooraffine Art einzustufen. Sie ist im Tiefland östlich der Weser weit verbreitet, hat aber im nordwestlichen Niedersachsen große Verbreitungslücken und ist dort in jüngster Zeit dramatisch zurückgegangen. Im Mittelgebirgsraum hat sie ihren Schwerpunkt im Harz und Solling, wogegen sie in den Börden nahezu vollständig fehlt. Die Verbreitungskarte des NLWKN erweckt den Eindruck, dass die Art im gesamten Tiefland seit 1990 deutlich im Rückgang begriffen ist. Dies ist aber östlich der Weser mit Sicherheit nicht der Fall – hier spiegelt sich im Wesentlichen die eingeschränkte Meldetätigkeit der vergangenen 25 Jahre wider. Im Westen dürfte dagegen der tatsächliche Rückgang der Art weitaus erheblicher sein, als die NLWKN-Karte vermuten lässt; hier wäre es sinnvoll, künftig alte bekannte Vorkommen zu überprüfen.

In den intakten Hochmooren spielt die Art keine große Rolle, weil sie sich in Schlenken nicht reproduziert. Vielmehr hat sie ihren Schwerpunkt in gestörten Hochmooren mit gefluteten Torfstichen und in Nieder- und Übergangsmooren mit Gewässern unterschiedlicher Art. Von den Wiedervernässungsmaßnahmen in den Tieflandmooren hat sie deutlich profitiert. Zudem besiedelt sie abseits der Moore dystrophe und mesotrophe Stillgewässer mit einer strukturreichen Verlandungsvegetation.

Coenagrion hastulatum kann in guten Habitaten mit hohen Abundanzen auftreten. Insbesondere in Torfstichgewässern ist sie v.a. in der östlichen Landeshälfte häufig die individuenreichste Schlanklibelle. In weniger optimalen Gewässern kommt sie oft gemeinsam mit anderen Azurjungfern vor und „verschwindet“ dann leicht in der Masse der Individuen dieser Arten. Die Männchen von C. hastulatum sind meist in der Ufervegetation (und nicht über dem freien Wasser) zu finden und an ihrem grünlich gefärbten Kopf in Verbindung mit einer eher geringflächig ausgeprägten schwarzen Abdominalzeichnung zu erkennen; ein Kescher leistet gute Dienste, um die Art sicher bestimmen zu können.

In warmen Frühjahren kann die Emergenz im Tiefland bereits um den Monatswechsel April/Mai beginnen. Insgesamt erstreckt sich die Hauptschlupfperiode über die Monate Mai und Juni. Die Imagines halten sich während ihrer etwa einwöchigen Reifezeit überwiegend in unmittelbarer Gewässernähe auf und sind dann leicht zu finden. Die Hauptflugzeit endet Mitte Juli.

Text veröffentlicht am 21.07.2014

AG Datenbank – Erste Auswertungen

Coenagrion_hastulatum

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