Coenagrion lunulatum – Mond-Azurjungfer

von Uwe Quante

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Die in Deutschland insgesamt seltene Coenagrion lunulatum nutzt kleine bis mittlere, meist flache Stillgewässer, die nicht beschattet sind und eine schüttere Riedzone besitzen. Der Wasserstand kann im Jahresverlauf stark schwanken, die Gewässer trocknen jedoch nicht aus. Je nach Vorkommen können sich die Reproduktionsgewässer hinsichtlich der Trophie unterscheiden. Während im Westen Niedersachsens bevorzugt oligotrophe Gewässer wie Moor- und Heideweiher oder andere Kleingewässer auf nährstoffarmem Untergrund besiedelt werden, tritt C. lunulatum weiter östlich vermehrt auch in meso- bis eutrophen Kleingewässern wie Söllen und Abgrabungsgewässern auf.

Der Verbreitungsschwerpunkt der Art liegt aktuell im westlichen Niedersachsen in den Moorgebieten des Nordwestdeutschen Tieflandes. Daneben gibt es wenige Vorkommen in den östlichen Landesteilen, die zudem in den letzten Jahren von einem starken Rückgang betroffen sind. Südlich von Hannover sind nur noch sehr wenige besiedelte Gebiete bekannt.

Coenagrion lunulatum hält sich vorwiegend in der lockeren Riedzone aus Juncus-, Eleocharis– und Carex-Arten bzw. anderen niedrigen, schmalblättrigen Sumpfpflanzen auf, meist in einiger Entfernung zum Ufer. Dort sitzt die Art wenig auffällig an den vertikalen Blättern und fliegt gelegentlich dicht über dem Wasser umher. Dieses Verhalten und die große Ähnlichkeit mit anderen Coenagrioniden, insbesondere mit Coenagrion hastulatum, führen dazu, dass die meist nur in geringer Abundanz vorkommende Art leicht übersehen werden kann. Die Männchen von C. lunulatum besitzen ebenso wie die von C. hastulatum eine grünliche Unterseite von Kopf und Thorax, was diese beiden von den anderen Coenagrioniden unterscheidet. Eine eindeutige Bestimmung ist an der Verteilung der Blaufärbung des Hinterleibs (C. lunulatum enthält mehr Schwarzanteile als C. hastulatum) und der Zeichnung auf dem 2. Hinterleibssegment (C. lunulatum besitzt zwischen den beiden Kommastrichen einen Halbmond, C. hastulatum eine Speerspitze), wobei diese Zeichnung variieren kann. Häufig ist eine sichere Bestimmung nur nach Netzfang oder anhand guter Fotos möglich.

Coenagrion lunulatum ist wie C. hastulatum eine Frühjahrsart und fliegt ab Ende April/Anfang Mai. Im Gegensatz zur Schwesterart hat C. lunulatum nur eine kurze Flugzeit und verschwindet bereits Ende Juni wieder, während C. hastulatum noch bis Ende Juli aktiv ist.

Text veröffentlicht am 10.02.2016

AG Datenbank – Erste Auswertungen

Coenagrion_lunulatum

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