Coenagrion puella – Hufeisen-Azurjungfer

von Uwe Quante

Coenagrion puella stellt als Ubiquist wenig Ansprüche an die Habitate und kommt folglich an fast allen Gewässertypen mit Ausnahme von Fließgewässern vor. Die Art besiedelt Kleingewässer, Teiche, Weiher und größere Seen in der freien Landschaft ebenso wie Garten- und Fischteiche, Gewässer in Siedlungen und Regenrückhaltebecken. Dabei spielt die Wasserchemie kaum eine Rolle; es werden sowohl oligotrophe als auch eutrophe, saure, neutrale und leicht alkalische Gewässer genutzt. Optimale Bedingungen findet C. puella in kleineren, offenen Stillgewässern mit guter submerser und Schwimmblatt-Vegetation, wo sich die Tiere bevorzugt im Uferbereich aufhalten. In größeren Seen werden folglich auch die offenen Wasserflächen gemieden. Während Moorweiher, Torfstiche u.ä. im Randbereich von Mooren genutzt werden, bieten allerdings typische Hochmoorgewässer keinen geeigneten Lebensraum für diese Art.

Coenagrion puella ist neben Ischnura elegans und Pyrrhosoma nymphula die in Niedersachsen häufigste Kleinlibellenart. Sie ist niedersachsenweit verbreitet; weiße Flecken in der Verbreitungskarte sind nur mit Erfassungslücken oder dem Fehlen von Gewässern zu erklären.

Häufig kommt C. puella zusammen mit der ähnlichen Enallagma cyathigerum vor. Eine Unterscheidung dieser beiden Arten gelingt in der Regel bei den Männchen mit Hilfe eines Fernglases. Im Zweifelsfall müssen, da die Zeichnungen auf dem 2. Hinterleibssegment variieren, die Thorax-Seiten betrachtet werden, an denen C. puella zwei schwarze Striche, E. cyathigerum hingegen nur einen besitzt. Außerdem fliegt E. cyathigerum im Gegensatz zu C. puella gerne dicht über dem freien Wasser.

In der mehrwöchigen Reifungszeit halten sich die Imagines auf besonnten, windgeschützten Flächen in der Umgebung ihrer Fortpflanzungsgewässer auf, zu denen sie auch später immer wieder zurückkehren. Während der Hauptpaarungszeit im Juni und Juli bilden sich häufig große Ansammlungen von Tandems am Gewässer und legen dort, auf Schwimmblättern sitzend, die Eier an Pflanzenteilen unter Wasser ab.

Die Flugzeit beginnt Mitte bis Ende Mai und hat ihren Höhepunkt im Juni und Juli. Bereits im August geht die Flugaktivität deutlich zurück. Funde im September sind selten.

Text veröffentlicht am 10.02.2016

AG Datenbank – Erste Auswertungen

Coenagrion_puella

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