Cordulia aenea – Falkenlibelle

 von Christian Fischer

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Cordulia aenea ist eurosibirisch verbreitet; in Europa reicht das zusammenhängende Areal von Westfrankreich bis Russland und umfasst auch das südliche und östliche Skandinavien. In Niedersachsen und Bremen ist die Art weit verbreitet und regional auch relativ häufig. Bis auf die Küstenmarschen, intensiv anthropogen überformte, gewässer- und waldarme Regionen wie die Börden sowie die Hochlagen des Harzes dürfte C. aenea in den meisten Landesteilen vertreten sein. Die Rasterkarte des NLWKN zeigt somit wohl noch einige Erfassungslücken auf.

Die Art hat eine Vorliebe für kleinere bis mittelgroße, ausdauernde, strukturreiche, nicht zu schattige Weiher und Teiche mit einer recht abwechslungsreichen Vegetation aus submersen Makrophyten, Schwimmblattbewuchs und Uferröhrichten bzw. -rieden. Oft besteht Kontakt zu Gehölzbiotopen oder die Gewässer liegen innerhalb von Wäldern. Auch dystrophe Stillgewässer werden ebenso wie träge fließende, vegetationsreiche Gräben und Kanäle besiedelt.

Cordulia aenea gehört zu den früh aktiven Großlibellen; bereits Ende April bis Anfang Mai (in sehr warmen, zeitigen Frühjahren auch schon ab Mitte April) findet die Emergenz vieler Imagines statt. Hauptflugmonate sind Mai und Juni; im Juli / August lassen die Nachweise deutlich nach. Die frühe Flugphase ist auch ein wichtiges Abgrenzungsmerkmal zu manchen Verwechslungsarten, speziell zur ähnlichen Somatochlora metallica. Bei Sichtungen im Mai bis Anfang Juni kann man mit einiger Wahrscheinlichkeit von Cordulia ausgehen, während sich Sommerbeobachtungen fraglicher Tiere nicht selten als S. metallica herausstellen.

Aufgrund der oft rastlosen Patrouillenflüge der Männchen ist die Artansprache nicht immer einfach. Das beste, auch im Fernglas erkennbare Merkmal von C. aenea ist das Fehlen einer gelben Zeichnung auf der Stirn, die bei den Arten der Gattung Somatochlora stets vorhanden ist. Zusätzlich sollte man darauf achten, ob sich die keulenartige Verdickung des Abdomens tatsächlich sehr weit hinten (Segmente 7 und 8) befindet. Ältere Exemplare sind oft bronzefarben statt dunkelgrün.

Ruhende Imagines kann man wohl am ehesten frisch geschlüpft in Ufernähe antreffen. Die Emergenz selbst findet schwerpunktmäßig vormittags statt, wobei dies in einem breiten Streifen des Ufers, also auch weiter landwärts geschieht. Revierbesetzende adulte Männchen sind tagsüber meistens in der Luft unterwegs, während die Weibchen verborgen leben und nur zur Eiablage ans Gewässer kommen. Reifungs- und Jagdhabitate befinden sich oft in Waldgebieten.

Text veröffentlicht am 09.11.2014

AG Datenbank – Erste Auswertungen

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