Lestes viridis – (Westliche) Weidenjungfer

von Diana Goertzen

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Lestes viridis ist in Niedersachsen und Bremen weit, teilweise flächendeckend, verbreitet, obwohl bundesweit die Nachweisdichte in Norddeutschland abnimmt und die nördliche Arealgrenze der Art im südlichen Dänemark liegt. Besonders im mittleren bzw. südlichen Niedersachsen sowie an der Küste lassen sich einige Verbreitungslücken erkennen, die aber wahrscheinlich auf Erfassungsdefizite oder klimatische Ursachen zurückzuführen sind. Lestes viridis besiedelt hauptsächlich das wärmebegünstigte Tiefland und nimmt in höheren Lagen (bereits ab 150 m ü NN) ab, ist aber dennoch im Harzvorland vertreten (höchstes reproduzierendes Vorkommen auf 294 m ü NN bei Goslar). Klimatisch begründet könnte zudem die lückige Verbreitung entlang der Küste sein, obwohl es auch Nachweise von den Ostfriesischen Inseln gibt.

Das Spektrum der von L. viridis besiedelten Gewässer ist sehr breit, so dass fehlende Habitate vermutlich kein Grund für größere Verbreitungslücken darstellen. Kleine Tümpel bis größere Seen unterschiedlicher Sukzessionsstadien werden schwerpunktmäßig besiedelt. In langsam strömenden Gewässern kann die Art ebenfalls angetroffen werden. Lediglich in charakteristischen Moorgewässern ist sie vergleichsweise selten. Auch anthropogene, naturferne oder weitestgehend vegetationslose Gewässer werden von der Art angenommen und ihre Ansprüche an die aquatische und krautige Ufervegetation sind gering. Überhängende Zweige von Ufergehölzen im direkten Uferbereich müssen allerdings vorhanden sein, da diese als Eiablagesubstrate genutzt werden.

Aufgrund ihres Lebenszyklus – Überwinterung im Eistadium und schnelle Larvalentwicklung im Frühjahr bzw. Frühsommer – ist die Art an das winterliche oder spätsommerliche Austrocknen ihrer Entwicklungsgewässer angepasst. Dadurch ist sie in der Lage, auch temporäre Gewässer zu besiedeln. Die Hauptflugzeit beginnt in Niedersachsen im Juli, erreicht ihren Höhepunkt im August und September und endet im Oktober. Einzelne Tiere wurden auch im Juni oder November beobachtet. Während der Flugzeit kann L. viridis an geeigneten Gewässern gut an niedrigen Ufergehölzen, häufig in Tandemformation, oder auch in den Baumkronen höherer Bäume beobachtet werden. Außerhalb der Flugzeit geben die charakteristischen Einstichmuster der Eilogen an Zweigen von Ufergehölzen Hinweise auf ein (früheres) Vorkommen der Art.

Text veröffentlicht am 08.05.2015

AG Datenbank – Erste Auswertungen

Lestes_viridis

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