Leucorrhinia pectoralis – Große Moosjungfer

 von Manfred Haacks

AF_L.pectoralis_M_RJ 02Die ausgefärbten Männchen der Art sind leicht und vielfach auch im Flug gut an dem zitronengelben Fleck auf dem 7. Hinterleibssegment zu erkennen. Leucorrhinia pectoralis ist im Anhang II der FFH-Richtlinie geführt, so dass für sie Schutzgebiete (FFH-Gebiete) ausgewiesen wurden. Mit der Schutzgebietsausweisung geht zudem die Verpflichtung eines regelmäßigen Monitorings zum Erhaltungszustand der Art einher. Das erklärt, warum knapp 45% der insgesamt 524 Meldungen für das Bundesland Niedersachsen aus dem Zeitintervall 2001-2012 stammen. Trotz dieser offenbar vergleichsweise guten Datenlage gibt es mit Sicherheit noch Erfassungslücken.

Im Gegensatz zu den nahe verwandten Arten Leucorrhinia dubia und L. rubicunda erscheint L. pectoralis selten in hoher Individuendichte am Gewässer, was möglicherweise mit einem stärkeren Territorialverhalten der Art zu erklären ist. Zudem ist eine Reproduktion an den beflogenen Gewässern nicht einfach nachzuweisen, da Exuvien deutlich seltener als die der beiden Schwesterarten gefunden werden. Neben den reinen Sichtbeobachtungen sollte daher die Ufervegetation verstärkt nach Exuvien abgesucht werden, um eine erfolgreiche Reproduktion zu belegen.

Besiedelt werden organisch geprägte, stehende Gewässer geringer Größe und mehrjähriger Wasserführung. Beispiele sind Moorkolke (Mooraugen), wiedervernässte Moore bzw. torfmoosreiche Moorschlenken und geflutete Torfstiche. Aber auch Heideweiher, aufgelassene Fischteiche (ohne Besatz) oder Abgrabungsgewässer werden von L. pectoralis als Lebensraum genutzt. Fischbesatz wirkt sich negativ auf die Populationsgröße von L. pectoralis aus. Die Präferierung von Moorbiotopen (Hoch- und Übergangsmoore) und Heideweihern sowie von jungen, flachen und bewachsenen Kleingewässern spiegelt die derzeitige Verbreitung der Art in Niedersachsen wider. In den intakten Kernbereichen von Hochmooren fehlt sie dagegen. Die vertikale Verbreitungsgrenze im Harz liegt bei ca. 600 m.

Für die Art sind Einflüge bekannt, bei denen L. pectoralis an untypischen Gewässern angetroffen wird, eine Reproduktion aber in der Regel auszuschließen ist.

Leucorrhinia pectoralis ist eine Frühjahrsart. Sie erscheint später als ihre beiden Schwesterarten L. dubia und L. rubicunda. Die Hauptflugzeit liegt in der ersten Juni-Dekade, die Art lässt sich bis Ende Juni häufig beobachten.

Text veröffentlicht am 21.07.2014

AG Datenbank – Erste Auswertungen

Leucorrhinia_pectoralis

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