Somatochlora arctica – Arktische Smaragdlibelle

 von Kathrin Baumann

AF_S.arctica_M_TS_01Somatochlora arctica ist eine Art kleinster Moorgewässer, deren Imagines sich sehr unauffällig verhalten und selbst in gut besiedelten Mooren stets nur in sehr geringer Zahl zu beobachten sind. Aus diesem Grund ist davon auszugehen, dass ihre Verbreitung im moorreichen niedersächsischen Tiefland bislang nur unvollständig bekannt ist. Im Hügel- und Bergland ist die Art mit Sicherheit auf Solling und Harz beschränkt. Die Moore des Harzes sind in jüngster Zeit intensiv untersucht worden, so dass fundierte Kenntnisse zur Verbreitung der Art vorhanden sind; hier tritt sie den intakten Mooren meist gemeinsam mit Somatochlora alpestris auf und reproduziert sich oft im selben Gewässer.

Als hochspezialisierte Moorlibelle lebt die Art vor allem in Übergangs- und Hochmooren sowie in Quellsümpfen. Hier reproduziert sie sich überwiegend in unauffälligen Kleinstgewässern wie Schlenken (die teils nur 0,01 m2 groß sind), Quellrinnsalen, durchflossenen Torfmoosdecken oder in mit Torfmoosen und Sauergräsern stark verwachsenen und kein offenes Wasser mehr aufweisenden Partien vernässter Torfstiche oder Moorweiher. An den „typischen“ libellenreichen Moorgewässern mit großen Vorkommen z.B. von Leucorrhinia dubia und L. rubicunda fehlt S. arctica meist vollständig oder ist auf stark verwachsene Randbereiche beschränkt. Die Larven ertragen eine vorübergehende Austrocknung der Gewässer und haben insofern einen Konkurrenzvorteil gegenüber fast allen anderen Arten in den Mooren.

Der Nachweis von S. arctica erfordert Erfahrung; im Rahmen der „üblichen“ Moorlibellen-Untersuchungen gelingt er kaum, weil dabei die geeigneten Gewässer bzw. Gewässerstrukturen meist keine Berücksichtigung finden. Da patrouillierende Männchen große Moorbereiche abdecken und nur kurz an einem definierten Gewässer erscheinen, ist ihr Nachweis weniger wahrscheinlich als der Fund von Exuvien. Diese findet man überwiegend an Halmen von Sauergräsern in maximal 20 cm Höhe, teils auch direkt auf dem Torfmoos. Im Tiefland sind die Exuvien aufgrund ihrer starken Behaarung unverwechselbar.

Die Emergenz beginnt je nach Witterungsverlauf bereits am Ende der ersten Maidekade, hat ihren Schwerpunkt aber meist von Mitte Mai bis Ende Juni. Im Juli setzt sich der Schlupf normalerweise in geringerer Intensität fort. Die Hauptflugzeit dauert von Ende Juni bis Mitte August.

Text veröffentlicht am 21.07.2014

AG Datenbank – Erste Auswertungen

Somatochlora_arctica

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