Sympetrum vulgatum – Gemeine Heidelibelle

 

 von Christian Fischer

AF_S.vulgatum_M_RJ 01Das zusammenhängende Verbreitungsgebiet des eurosibirischen Faunenelements Sympetrum vulgatum reicht von Frankreich bis nach China und Japan. Vor allem in etwas kontinentaler beeinflussten Teilen Mittel- und Nordosteuropas ist die Art „gemein“, in West- und Südeuropa dagegen seltener bis fehlend.

In Niedersachsen und Bremen ist sie weit verbreitet und tritt regional sehr häufig auf. Einige Lücken in den Rasterkarten befinden sich unter anderem im Nordwesten der ostfriesischen Halbinsel, in der Wesermarsch, der Ems-Hunte-Geest, der zentralen Lüneburger Heide, in den Börden und im südlichen Hügel- und Bergland. Teilweise dürften hier noch Erfassungsdefizite bestehen, in einigen Bereichen wie den Küstenmarschen sowie den höheren Lagen ist jedoch auch von natürlichen Besiedlungslücken auszugehen. Im Oberharz wurde bis in 580 m Höhe Reproduktion nachgewiesen; insgesamt ist die Präsenz hier aber gering.

Sympetrum vulgatum nutzt ein breites Spektrum von Still- und langsamen Fließgewässern; an mäßig nährstoffreichen und stärker mit Verlandungsvegetation (Röhricht) bewachsenen Weihern und Tümpeln ist sie besonders regelmäßig und abundant vertreten. Weil die Überwinterung anscheinend vorwiegend im Eistadium erfolgt, können auch temporäre Gewässer besiedelt werden, die nur im Frühjahr und Sommer wasserführend sind – die Larvalentwicklung dauert lediglich drei bis vier Monate. Als sehr mobile Art kann S. vulgatum auch weit abseits von Gewässern angetroffen werden. Windgeschützte, strukturierte Flächen etwa mit Gras-Staudenfluren und sonnenexponierten Sitzwarten sind besonders beliebte terrestrische Lebensräume. Schon aufgrund einer häufigen Vergesellschaftung mit anderen Sympetrum-Arten ist eine sorgfältige Artdiagnose (Beinfärbung, Gesichtszeichnung, Legescheide etc.) vorzunehmen.

Die Schlupfperiode beginnt in der Regel im Juli. Der Schwerpunkt der Flugzeit liegt in den Monaten August und September; auch im Oktober können noch stetig Nachweise erbracht werden. Im Durchschnitt liegt die Flugperiode einige Wochen später als die von Sympetrum sanguineum und endet im Herbst meist etwas früher als die von Sympetrum striolatum. Tagesphänologisch kann man die Männchen bereits morgens im Gewässerumfeld beobachten; später kommen die Weibchen hinzu, und zwischen dem Vormittag und frühen Nachmittag konzentrieren sich dann die Paarungs- und Eiablageaktivitäten. Danach sind die Imagines bis zum Sonnenuntergang meist einzeln unterwegs, jagen und suchen sich wärmebegünstigte Ruheplätze.

Text veröffentlicht am 26.01.2015

AG Datenbank – Erste Auswertungen

Sympetrum_vulgatum

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AF_S.vulgatum_Paarung_AB 02 AF_S.vulgatum_W_ AB 03 AF_S.vulgatum_W_KD 04 AF_S.vulgatum_Eiablage_ AB 05

 

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