Epitheca bimaculata – Zweifleck

 von Reinhard Jödicke

Bereits sehr früh wurde ein Vorkommen von Epitheca bimaculata in unserer Region belegt. In dem seinerzeit bahnbrechenden Grundlagenwerk „Revue des odonates ou libellules d’Europe“ (SELYS-LONGCHAMPS & HAGEN 1850) findet sich in dem Artkapitel für E. bimaculata bei der Verbreitungsanalyse der Hinweis „M[onsieur]. Heyer à Lunebourg en Hanovre“. Durch die gründliche Aufarbeitung des odonatologischen Wirkens von J.F.C. Heyer aus Niedersachsen durch FLIEDNER (1998) wissen wir, dass die Art zweimal in der Umgebung von Lüneburg gefangen wurde, und zwar jeweils am 27. Mai in zwei verschiedenen Jahren vor 1844. Diese Funde sind in der Datenbank des NLWKN aufgenommen und willkürlich dem 1. Quadranten des MTB 2728 zugeordnet. Aus heutiger Sicht gibt es keinen Grund, die Nachweise Heyers in Zweifel zu ziehen. Man muss sich allerdings darüber im Klaren sein, dass weder eine MTB-genaue Verortung von Fundorten, noch eine weitergehende Präzisierung der Fangjahre möglich ist.

LOHMANN (1965) erwähnte die Art erneut: „Ein noch nicht belegter Fund liegt ferner vom Dümmer vor.“ Auf Nachfrage war zu erfahren, dass die Meldung vom Dümmer nicht bestätigt werden konnte und daher zu streichen ist (H. Lohmann pers. Mitt.).

Am 19.06.1983 beobachteten Eva und Wulf Kappes im östlichen Teichbereichs des Binnenbracks an der Dömitzer Eisenbahnbrücke (MTB 2833/3/10) ein Individuum bei guter Sicht mit dem Fernglas (W. Kappes pers. Mitt.). Die Entfernung vom Binnenbrack zu den nächsten Fundorten in Mecklenburg-Vorpommern ist nicht weit.

In der ersten Dekade dieses Jahrhunderts wurde die Art für den Huvenhoopsee bei Gnarrenburg an den NLWKN gemeldet. Werner Burkart, der von dieser Beobachtung erfuhr, geht nach Rücksprache mit dem Melder und Kontrolle des Gewässers von einer Fehlbestimmung aus. Die Meldung wurde daraufhin aus der Datenbank gelöscht (W. Burkart pers. Mitt.).

Künftige Nachweise sind durchaus möglich. Am wahrscheinlichsten sind Funde im Osten unserer Region, wo die westliche Grenze des bis Mecklenburg-Vorpommern reichenden Kernareals (WILDERMUTH 2008) anschließt. Die Beobachtung im Wendland von 1983 stützt diese Vermutung. Allerdings gelingen auch in den gut besiedelten Gebieten des Kernareals Beobachtungen von Imagines am Gewässer nur selten, weitaus häufiger sind Nachweise durch Exuvienfunde.

Literatur

FLIEDNER H. (1998) Johann Franz Christian Heyer (1777-1864) und sein Beitrag zur Kenntnis der Libellen. Libellula 17: 71-90, 195-228

LOHMANN H. (1965) Prodomus einer Libellenfauna Niedersachsens (Odonata). Jahrbuch des Deutschen Jugendbundes für Naturbeobachtung 1964/65: 153-165

SELYS-LONGCHAMPS E. DE & H.A. HAGEN (1850) Revue des odonates ou libellules d’Europe. Mémoires de la Société Royale des Sciences de Liège 6: xii + 408 S.

WILDERMUTH H. (2008) Die Falkenlibellen Europas. Corduliidae. Die Neue Brehm-Bücherei 653. Westarp Wissenschaften, Hohenwarsleben

Text veröffentlicht am 21.07.2014

AG Datenbank – Erste Auswertungen

Epitheca_bimaculata

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