Leucorrhinia rubicunda – Nordische Moosjungfer

von Reinhard Jödicke

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Moore und moorige Gewässer sind der Biotop von Leucorrhinia rubicunda. Die Art hat durch die Regenerationsversuche entwässerter und abgetorfter Hochmoore enorm profitiert; in durch Wiedervernässung entstandenen Moorteichen mit flutenden Torfmoosen (Eiablage!) kommt es zu hohen Schlupfdichten, oft sogar zu Massenentwicklungen. Bei starker Dominanz von L. rubicunda kann es schwierig sein, die Präsenz gleichzeitig anwesender Leucorrhinia dubia und L. pectoralis adäquat zu erfassen.

Das bisher gewonnene Verbreitungsbild zeigt eine weite Verbreitung der Art im ganzen Gebiet und spiegelt gleichzeitig die Verteilung geeigneter Biotope wider, mit einem deutlichen Schwerpunkt auf der Geest. Darüber hinaus liegen Nachweise aus dem Solling und dem Harz vor, wobei sich L. rubicunda im Harz nur äußerst vereinzelt (bis 600 Meter über NN) reproduziert (K. Baumann pers. Mitt.). Von L. rubicunda bevorzugte Biotope sind offenbar repräsentativ kartiert, weil hier in der Regel auch andere interessante Arten zu erwarten sind; der bisherige Erfassungsgrad kann daher als gut beurteilt werden.

Die Frühjahrsart L. rubicunda gehört zu den frühesten Arten im Jahr. Ihre Schlupfphase beginnt meistens zeitgleich mit der von Pyrrhosoma nymphula und fällt in den April. Die Flugzeit wird im Juni beendet. Einige Nachzügler fliegen bis in den Juli, und vereinzelt schlüpfen noch (vermutlich univoltine) Tiere von Juli bis Oktober. Solche Beobachtungen sollten unbedingt sorgfältig dokumentiert werden. Die beste Kartierzeit ist von Schlupfbeginn bis spätestens Mitte Juni.

Verwechslungen sind vor allem mit L. dubia möglich, weshalb in Zweifelsfällen eine Handbestimmung anhand der Hamuli bzw. der Legeklappe ratsam ist. Männchen haben eine leuchtend weiße „Nase“. Bei beiden Geschlechtern ist die Costa von der Basis bis zur Spitze bei Frontalsicht gelb, der basale Fleck im Hinterflügel bildet ein schmales Dreieck. Diese Merkmale können helfen, wenn die üblicherweise genutzten Kriterien nicht eindeutig zu beurteilen sind. Unausgefärbte Tiere sind schwarz mit leuchtend gelben Flecken. Gelegentlich findet man auch in Niedersachsen rote Weibchen.

Text veröffentlicht am 26.07.2014

AG Datenbank – Erste Auswertungen

Leucorrhinia_rubicunda

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